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Presseberichte

Betriebsbesichtigung bei Fa. Spanndecken Bamberger in Bundorf

Bundorf, 10.11.2016. Sehr beeindruckt vom Werdegang der Firma Bamberger zeigten sich Mandatsträger der Freien Wähler bei einem Besuch in Bundorf. Die Kreisvorsitzende der Wählergemeinschaft Haßberge, Birgit Bayer, hatte die Besichtigung organisiert als Beispiel für ein überregional, auch international tätiges Unternehmen mit Sitz in einer kleinen Ortschaft.
Eine kleine Möbelschreinerei betrieb die Familie Bamberger einst in Bundorf. Rupert Bamberger übernahm die Schreinerei 1989 und zog an den Ortsrand. Als das System „Spanndecken“ in Deutschland am Markt eingeführt wurde, war er einer der ersten Franchisenehmer. Heute ist sein Betrieb Spanndecken-Kompetenzzentrum und mit einer Tochterfirma stellt er Zubehör für diese Art der Deckengestaltung her.
Rene´ Bamberger, der zusammen mit seinem Bruder Marcel mittlerweile die Firma führt, zeigte den interessierten Besuchern das System Spanndecke, das eine neue Zimmerdecke ermöglicht, ganz ohne Unterkonstruktion, bei Renovierungen auch ohne die alte Deckenverkleidung abzunehmen. Die Spanndecke besteht aus einer PVC-Folie, die bei etwa 50 Grad Umgebungstemperatur über Profile gezogen und verspannt wird.
Viele Fragen stellten die Kommunalpolitiker und erfuhren, dass die Folie schwer entflammbar ist, keine gesundheitsschädlichen Ausdünstungen zu befürchten sind, da sie  in etwa der Rezeptur von medizinischen Infusionsbeuteln entspricht. „Während dort jedoch weiterhin Weichmacher benötigt werden, sind sie in unseren Decken nicht mehr enthalten“, erklärte Rene´ Bamberger. Die Besucher zeigten sich sowohl von der Ausstellung in Bundorf, als auch von der Präsentation besonderer Projekte beeindruckt. So war die Firma Bamberger sogar in Taschkent schon aktiv – und im Kundencenter von Mercedes Benz in Sindelfingen installierten die Bundorfer im vergangenen Winter eine 350 Quadratmeter große Lichtdecke, zu der unter anderem 1100 Meter LED-Stripes gehörten. Auch die dazugehörigen Aluprofile hat Bamberger selbst entwickelt. Außerdem kam die alte Handwerkserfahrung als Schreiner zum Zuge, denn Sonderkonstruktionen wurden in Holz angefertigt. Mit den selbstentwickelten Profilen, bevorzugt für Lichtdecken-Installationen, beliefert Bamberger aus Bundorf Spanndecken-Firmen nicht nur in Deutschland. Etwa 400 Kilometer im Umkreis finden sich die Privatkunden der Firma, für Firmenkunden wird Bamberger auch international tätig. Unter anderem in der Sparkasse Hofheim sind ihre Decken zu bewundern. Ausstellungen betreibt Bamberger auch in Hallstadt und im Hotelkompetenzzentrum Oberschleißheim.
Bewusst haben sich die Bambergers entschieden, ihren Standort in Bundorf zu behalten. Die Bambergers setzen auf ihre qualifizierten Mitarbeiter und das erworbene Know-How.
Als Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages freute sich Aidhausens Bürgermeister Dieter Möhring über solche Standorttreue, die neben Arbeitsplätzen und Gewerbesteuer auch andere Vorteile in kleine Orte bringt. So engagiert sich die Firma Bamberger als Sponsor im Regionalsport ebenso wie bei Brose Bamberg, beim Laientheater wie als Hauptsponsor des „Spielwerk“ in Bamberg. Das sei die Stärke mittelständischer Familienbetriebe, unterstrich auch Birgit Bayer als Fraktionsvorsitzende der WG im Kreistag, dass sie Verantwortung für ihre Mitarbeiter wie auch für das Gemeinwesen übernehmen. Deshalb sei es für die Freien Wähler wichtig, sich die Situation vor Ort anzuschauen und sich ein Bild zu machen, wie die Rahmenbedingungen noch verbessert werden können. „Wir wollen unsere bestehenden Firmen unterstützen und die Region für Neuansiedlungen interessanter machen, damit unsere Schulabgänger auch hier Ausbildung und Arbeit finden“, erklärte Bayer, die sich für die Firmenführung herzlich bedankte.


Einen sehr spannenden Betriebsbesuch erlebten Mandatsträger der Freien Wähler aus dem ganzen Landkreis Haßberge bei der Firma Bamberger Spanndecken in Bundorf. Rene´ Bamberger erläuterte den Werdegang der Firma – unter einer Lichtdecke, wie sie hier gefertigt wird.


„Wer rein ökonomisch denkt, fährt unweigerlich das Gemeinwesen die Gesellschaft und letztlich den Globus an die Wand“

Zum Thema TTIP und CETA sprach MdL Dr. Hans-Jürgen Fahn (FW) auf Einladung der UWG in Rentweinsdorf.
Prof. Heribert Schmitz warnte vor den geplanten Freihandelsabkommen, weil sie eine rein ökonomische Sicht der Dinge zum Prinzip haben. Fairness und Ethik blieben dabei auf der Strecke und damit auch Standards und Normen des Verbraucherschutzes.
Zum Thema TTIP und CETA informierten die Freien Wähler in Rentweinsdorf. Unser Bild zeigt von links den Vorsitzenden der UWG Rentweinsdorf Matthias Sperber, den Fachreferenten für Bundes- und Europaangelegenheiten der FW-Fraktion Karl Ilgenfritz, MdL Hans-Jürgen Fahn, Prof. Heribert Schmitz und die stellvertretende FW-Vorsitzende im Landkreis Haßberge Sabine Weinbeer.

Rentweinsdorf, 20.09.2016. „Wer rein ökonomisch denkt, fährt unweigerlich das Gemeinwesen die Gesellschaft und letztlich den Globus an die Wand“. Das sagte Prof. Heribert Schmitz, über Jahrzehnte selbst Geschäftsführer und Vorstandsmitglied in großen deutschen und amerikanischen Unternehmen, bei einer Informationsveranstaltung zum Thema TTIP und CETA in Rentweinsdorf. Die UWG war Gastgeber für die „Fraktion vor Ort“-Veranstaltung der Freien Wähler im Bayerischen Landtag.
„Wir gehen mit diesen Aufklärungsversammlungen in alle Landkreise“, so MdL Hans-Jürgen Fahn, Stimmkreisbetreuer für den Landkreis Haßberge. Begleitet wurde er vom Fachreferenten für Bundes- und Europaangelegenheiten der Fraktion Karl Ilgenfritz und Professor Schmitz. Der ist von der Wirtschaft vor 15 Jahren in die Lehre gewechselt und gehört einer Forschungsgruppe des Goethe-Instituts zum Thema Nachhaltigkeit an. „Fairer Freihandel wäre eigentlich das, was die Welt braucht, aber mit den Freihandelsabkommen, die derzeit diskutiert werden, können Sie Themen wie Nachhaltigkeit oder Wirtschaftsethik komplett vergessen“, erklärte er.
Eingangs hatte Karl Ilgenfritz die Faktenlage dargelegt, soweit sie angesichts der hohen Geheimhaltung der Beratungen und Papiere überhaupt greifbar ist. „Die Texte zu TISA, dem Abkommen, das die Dienstleistungen betrifft, sollen sogar noch fünf Jahre nach Abschluss unter Verschluss bleiben“, sagte er. Unstrittig sei, so Ilgenfritz, dass ein Freihandelsabkommen einer Exportnation wie Deutschland „auch Vorteile bringt und auch eine gewisse Vertraulichkeit von Verhandlungen ist durchaus legitim, aber man fragt sich hier schon, was angemessen ist und ob die Vorteile die Gefahren überwiegen“. Zu CETA, dem Abkommen mit Kanada erklärte er, dass angeblich der Text feststehe, dann sei allerdings nicht verständlich, warum die SPD am Wochenende dem Abkommen zustimmte unter dem Vorbehalt, noch Änderungen einzuarbeiten. Im EU-Parlament sei die Mehrheit dafür ungewiss, „wenn, dann wird es sehr knapp angenommen“.
Zu TTIP stünden sogar beide amerikanischen Präsidenten kritisch. Propagiert werde, dass das Freihandelsabkommen niedrigere Preise und Arbeitsplätze bringen könnte, doch die Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit etwa der deutschen Landwirtschaft sei groß. Auch ein 3.000 Mitglieder starker Zusammenschluss des deutschen Mittelstandes stehe gegen TTIP. „TTIP und CETA eröffnen neue Eingriffsmöglichkeiten in die kommunale Daseinsvorsorge“, so Ilgenfritz. Die FW-Landtagsfraktion habe in einer Studie prüfen lassen wie es um die Lebensmittelsicherheit steht und das Ergebnis sei klar: „Es wurde geschlampt bei den Verträgen“.
Das Grundproblem bei den beiden Abkommen ist der Paradigmen-Wechsel von der Vor- zur Nachsorge und von der Positiv- zur Negativliste. Bisher wurden in solchen Abkommen immer auf einer Positiv-Liste die Geltungsbereiche des Abkommens formuliert. Jetzt ist es umgekehrt, die Ausnahmen müssen geregelt werden. Das berge die Gefahr, dass Bereiche ganz übersehen werden, oder dass technischer Fortschritt oder neue Produkte nicht geregelt sind. „Wenn Abwasserbehandlung als kommunale Hoheitsaufgabe geschützt ist, Sie dann Phosphat ausfällen und damit einen Wertstoff gewinnen, ist es vorbei mit der formulierten Hoheitsaufgabe“, so Ilgenfritz mit einem Beispiel.
Bei der Einführung neuer Produkte muss in Deutschland das Unternehmen im Vorfeld prüfen lassen, ob das Produkt eventuell schädlich ist. In den USA darf das Produkt eingeführt werden, wenn das Unternehmen es für unschädlich hält. „Das funktioniert in den USA, weil dem Unternehmen im anderen Fall Millionen oder gar Milliarden-Klagen und damit der Ruin droht“, erklärte Prof. Schmitz. „Wenn aber dieses Nachsorge-Prinzip auf die europäische oder deutsche Rechtsprechung trifft, ist das für Konzerne das Paradies“.
Auch er erklärte, dass Deutschland eine Nation sei, die bisher mit am meisten von Freihandel profitierte, „aber nicht so“. In der Welt der Wirtschaftskonzerne werde heute nicht mehr nach ethischen Grundsätzen gehandelt. „Die einzige Frage lautet ‘what’s legal‘. Deshalb zahlen Google, Amazon und IKEA fast keine Steuern. Der Billigere gewinnt den Wettbewerb, nicht der Bessere“. Das gelte übrigens auch für Europa. „Die Flüchtlingsbewegungen vor allem aus Afrika hat die europäische Handelspolitik massiv mit verschuldet“, erklärte er kategorisch und unter TTIP und CETA würden die Entwicklungsländer wie auch die schwächeren Länder Europas noch mehr leiden.
„Wir sind in der FW-Fraktion im Landtag zu der überwiegenden Übereinstimmung gekommen, dass wir TTIP, CETA und auch TISA ablehnen, weil wir zu viele Gefahren für den Verbraucherschutz und die Daseinsvorsorge sehen“, erklärte MdL Hans-Jürgen Fahn, der auch Mitglied im Europa-Ausschuss des Landtages ist. Auch wenn die Mittel einer kleinen Landtagsfraktion relativ gering seien, nütze man alle Möglichkeiten, einen Stopp der Verhandlungen zu erreichen. So habe man bayernweit ausreichend Unterschriften gesammelt, um einen Volksentscheid einzuleiten, bisher aber ohne Reaktion vom Ministerpräsidenten. Auch genügend Unterschriften für die von Seehofer erfundene Volksbefragung seien mittlerweile von den FW an die Staatskanzlei überreicht worden. „An den Infoständen, die wir überall in den Städten regelmäßig besetzen, merken wir, dass die meisten Menschen die Abkommen ablehnen, Umfragen bringen Ergebnisse von über 70 Prozent Ablehnung. Dennoch sind die einzigen, die unsere inzwischen 16 einschlägigen Anträge im Landtag konsequent mittragen, die Grünen“, so Fahn. Die CSU habe dreimal bei allgemeinen Formulierungen zugestimmt, „aber sobald es konkret wird, lehnen sie ab“.
In der anschließenden, sehr regen Diskussion wurde deutlich, dass bei dem Umgang mit diesem Thema die Politik viel Glaubwürdigkeit verspielt, weil Abgeordnete im Wahlkreis oft andere Meinungen vertreten, als es dann die Fraktions-Abstimmung im Landtag oder Bundestag zeigt. Offenbar hätten die Konzerne mehr Einfluss auf der Politik als die Bürger, stellte die WG-Kreisvorsitzende Birgit Bayer fest. „Gibt es da einen Weg zurück?“, fragte sie. „Groß-Parteispenden verbieten, dann ist das auch vorbei“, war die kategorische Antwort von Prof. Ilgenfritz. Weil in den großen Medien die Themen immer schneller wechseln und das Thema CETA und TTIP nur noch sporadisch auftaucht, wenn beispielsweise wie am vergangenen Wochenende 320.000 Menschen auf die Straße gehen, forderten Fahn und Schmitz die Anwesenden auf, als Multiplikatoren tätig zu sein, das Thema weiterhin aufmerksam zu verfolgen und den jeweiligen Abgeordneten einen klaren Auftrag zu geben. Der UWG mit ihrem Vorsitzenden Matthias Sperber dankte Fahn für ihren Beitrag zur Information, indem sie diesen Abend ermöglichten.


Kompetenz und Persönlichkeit vor Partei-Kontakten

v.l. Moderator Matthias Weinberger, Landratskandidatin Birgit Bayer, Landrätin Tamara Bischof, Kreisvorsitzender der WG-Haßberge Peter Klein
v.l. Birgit Bayer, Tamara Bischof, Matthias Weinberger
volles Haus und begeisterte Zuhörer
Für die musikalische Untermalung sorgten die Dorfmusikanten aus Humprechtshausen

Landrätin Tamara Bischof und Kandidatin Birgit Bayer im Gespräch

Rentweinsdorf. Zwei Power-Frauen auf der Bühne, ein proppenvoller Bürgersaal und jede Menge Realpolitik ohne Parteibrille – das war das Podiumsgespräch zwischen unserer Landratskandidatin Birgit Bayer und der Kitzinger Landrätin Tamara Bischof in Rentweinsdorf.

Alle möglichen Themenfelder brachte Moderator Matthias Weinberger ins Gespräch und dabei wurde vor allem eines deutlich: Wie ein Landrat, eine Landrätin das Amt, den Kreis und die Arbeit im Kreistag gestaltet, das hängt ganz wesentlich von der Persönlichkeit ab und  nicht von der Parteizugehörigkeit. Ohnehin, so Birgit Bayer, sind 70 Prozent der Landrats-Tätigkeit Verwaltungsaufgaben und gerade im staatlichen Bereich des Landratsamtes müsse Neutralität gewahrt werden. Dennoch habe ein Landrat mehr Spielräume auch im staatlichen Landratsamt, als es im Kreis Haßberge manchmal den Anschein hat. Das erfuhren die Anwesenden aus den Schilderungen von Tamara Bischof, die seit 14 Jahren Landrätin in Kitzingen ist. Geboren in den Haßbergen, hat sich die Juristin nicht nur in Unterfranken einen hervorragenden Ruf als Landrätin erworben. Vorrangige Qualifikation für den Landrats-Posten seien Fach- und Sachkompetenz, Verwaltungserfahrung, Entscheidungskraft und Durchsetzungsvermögen – und der Wille, sich um bestimmte Dinge persönlich zu kümmern. „Partei-Kontakte helfen gar nicht im täglichen Geschäft im Amt, da muss man Entscheidungen treffen und dann auch die Verantwortung dafür tragen“. Sie ermutigte Birgit Bayer in deren Vorhaben, das Landratsamt als „Ermöglichungsbehörde“ zu führen. „Wir sind Dienstleister und wir müssen den Mut haben, Entscheidungen auch vor Ort zu treffen,“, erklärte Bischof. Vieles von dem, was Birgit Bayer im Landkreis Haßberge an Transparenz, Information, Vernetzung und Bürgerbeteiligung einführen möchte, ist im Landkreis Kitzingen bereits Realität, einschließlich einer vernetzten Tourismus- und Kulturwerbung. Und vor allem eines versprach Birgit Bayer für den Fall, dass sie zur Landrätin gewählt wird: „Das Parteibuch soll künftig im Landratsamt keine Rolle mehr spielen“.

Matthias Sperber für die gastgebende ÜWG Rentweinsdorf und Peter Klein als Kreisvorsitzender der Wählergemeinschaft Haßberge waren beeindruckt von den beiden Frauen auf dem Podium. Moderator Matthias Weinberger in seinem Schlusswort: „Wenn wir schon eine so kraftvolle Landrätin quasi aus dem Landkreis Haßberge exportiert haben, wäre es doch gelacht, wenn wir nicht auch hier eine Landrätin installieren könnten.“

Sabine Weinbeer